Die Berge im Iran: Die höhen und Ruhe

Geographisch liegt der Iran im Westen von Asien und grenzt an den Golf von Oman, an den Persischen Golf und das Kaspische Meer. Die Berge haben dazu beigetragen, die politische und die wirtschaftliche Geschichte des Landes für mehrere Jahrhunderte zu gestalten. Die Berge umschließen mehrere breite Becken oder Hochebenen, auf denen sich wichtige landwirtschaftliche und städtische Siedlungen befinden. Die Topographie des Iran besteht aus schroffen, gebirgigen Rändern, die hochgelegene innere Becken umgeben.

Die wichtigste Gebirgskette ist das Zagrosgebirge, eine Reihe von parallelen Gebirgskämmen durchsetzt mit Ebenen, die das Land von Nordwesten nach Südosten zweiteilen. Viele Gipfel im Zagros überschreiten 3.000 Meter (9.843 ft) über dem Meeresspiegel, und in der südlichen Zentralregion des Landes gibt es mindestens fünf Gipfel, die über 4.000 m (13,123 ft) hoch sind.

Wo sich der Zagros in den südöstlichen Iran ausdehnt, sinkt die durchschnittliche Höhe der Gipfel dramatisch auf unter 1.500 m (4,921 ft). Am Rande der Küste des Kaspischen Meeres ist eine andere Bergkette, die schmalen, aber hohen Elburs-Berge. Der vulkanische Berg Damavand, 5.610 m (18,406 ft), der sich in der Mitte des Elburs befindet, ist nicht nur der höchste Gipfel des Landes, sondern auch der höchste Berg auf der eurasischen Landmasse westlich des Hindukusch.

Elburs-Gebirgskette

Das Elburs-Gebirge, auch Alborz, Albourz, Alburz, Elburz oder Elbourz geschrieben, ist mit einer Länge von 900 km ein bedeutender Gebirgszug im Norden Irans. Es erstreckt sich von der Grenze zu Aserbaidschan und Armenien im Nordwesten zum südlichen Ende des Kaspischen Meeres und endet im Osten, nahe der Grenze zu Turkmenistan und Afghanistan.

Der Begriff „Elburs-Berge“ wurde lose in Bezug auf alle Berge des nördlichen Iran verwendet. Die Elburs-Berge erreichen ihre maximale Höhe und Dichte entlang der südlichen Ufer des Kaspischen Meeres, wo sie eine gewaltige Barriere bilden, die die Küstenebenen von der inneren Hochebene des Iran trennt. Die nahe Lage zur kaspischen Küste hat eine feuchtwarme üppige Umgebung auf den Küstenebenen und den nördlichsten Hängen der Berge geschaffen. An einigen Stellen (in der Nähe der Küstenstädte Ramsar und Noshahr) ist der Landstreifen zwischen den Bergen und dem Meer nicht mehr als einen Kilometer breit. Die Südhänge des Elburs fallen auf die zentrale Hochebene des Iran ab. Die durchschnittliche Höhe dieser Hochebene am Fuße der Berge ist etwa 1500 m. Im Gegensatz zu den üppigen Nordhängen sind die Südhänge des Elburs-Gebirges unfruchtbar.  Bäume können nur an Flussufern am Grund der Täler gefunden werden. Wiesen, alpine Tundra und dauerhafter Schnee bedecken die höher gelegenen Hänge der Elburs-Gebirgskette. Der Winter bringt eine schwere Decke von pulvrigem Schnee und erschafft einen idealen Ort zum Skifahren. So viel Schnee liefert genügend frisches Wasser für die Städte in der Umgebung, einschließlich der 10-Millionen-Megastadt Teheran. Die Entfernung zwischen dem 5671 m-Berg Damavand und dem Haraz-Tal mit einer Höhe von 1000 m nordöstlich davon ist weniger als 17 Kilometer!

Der Damavand-Berg

Der einzige Gipfel im Iran höher als 5000 m ist der Damavand mit 5.610 m Höhe (18,406 ft) in der Mitte des Elburs-Gebirgszuges, 70 km von Teheran entfernt. Der Berg Damavand ist das Ergebnis vulkanischer Aktivitäten zu Beginn der quartären geologischen Zeit (Pleistozän).

Der Damavand hat wie viele vulkanische Berge eine konische Form, die dem Fujiyama in Japan ähnlich ist. Obwohl der Damavand ein inaktiver Vulkan ist, produziert er aber noch Schwefeldioxid. Im Grunde bedeutet dies, dass der Damavand die letzte Stufe durchläuft, bevor er sich komplett in einen stillen Vulkan umwandelt. Aber warme Mineralquellen, die Abwesenheit ausgedehnter Gletscher und häufige Erdbeben alle paar Jahre beweisen, dass noch ein langer Weg zu gehen ist. Aus weiten Entfernungen sichtbar zu sein, macht diesen isolierten, hohen konisch geformten Vulkan spektakulär unter anderen hohen Bergen in der Region.

Die Damavand-Region ist eine der schönsten natürlichen Umgebungen mit Feldern voll wildem Mohn und violetten Lilien im Frühling sowie Flächen mit langem Gras in grünen moderaten Sommern. In harten Wintern sind der Gipfel und die Hänge immer von Schnee bedeckt. In der iranischen Geschichte war der Damavand schon immer ein Symbol des Stolzes und des Widerstands.

Zagros-Gebirgskette

Das Zagros-Gebirge erstreckt sich südlich und westlich von den Grenzen der Türkei und des Irak bis zum Persischen Golf und ist die größte Gebirgskette des Iran (aber nicht die höchste, das ist Elburs) und erhebt sich in der westlichen Hälfte des Landes und entlang der nördlichen Grenze.

Die Gebirgskette ist ca. 1.500 km (932 Meilen) lang und erstreckt sich vom nordöstlichen Irak bis zur Straße von Hormus. Viele Gipfel sind höher als 2.987 m (9800 ft.). Der höchste Berg ist der Zard-Kuh mit einer Höhe von 4.548 m (14,922 ft.). Diese Gebirgskette besteht aus gefalteten Bergen, die hauptsächlich aus Kalkstein und Dolomit bestehen.

Schnee ist im Winter häufig und viele Gipfel haben sogar im Sommer etwas Schnee. Die Winter sind streng, die Temperaturen fallen oft bis -18 °C (0 °F). Die Flüsse Karun und Zayandeh-Rud beginnen in diesen Bergen.

Die häufigsten Ökosysteme sind die Wald- und Steppengebiete, welche ein halbtrockenes gemäßigtes Klima haben.

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