Meere, Seen und Lagunen des Iran: Eine heitere Gegenwart

Iran? Ein trockenes Land, bedeckt mit Bergen und Wüsten? Wenn jemand über Iran spricht, ist das in der Regel das erste Bild, das einem in den Sinn kommt. Dies ist jedoch nicht die ganze Wahrheit. In den nördlichen Teilen grenzt der Iran an das Kaspische Meer, den größten See auf dem Planeten, und im südlichen Bereich grenzt er an den Persischen Golf und den Golf von Oman. Durch das ganze Land, selbst durch hohe Berge und heiße Wüsten, können Sie immer faszinierende Oasen, kalte und heiße Quellen finden, Wildwasser-Flüsse und schließlich wunderschöne Seen und Lagunen, die friedlich an einem verborgenen Ort liegen.

Kaspisches Meer (Darya-ye Khazar)

Das Kaspische Meer ist der größte See der Welt und steht für 40 bis 44 % der gesamten lakustrischen Gewässer der Welt. Es ist nach der Oberfläche größer als die großen amerikanischen Seen und der Viktoriasee in Afrika. Das Meer hat eine Fläche von 371.000 km² (143.200 mi²) und ein Volumen von 78.200 km³ (18.800 mi³). Die 6.397 km lange Küstenlinie wird von Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan geteilt, von der sich mehr als 900 km entlang der iranischen Seite befinden. Über 128 große und kleine Flüsse fließen aus dem Iran in das Kaspische Meer, unter sind ihnen die vier größten Flüsse: Sepidrud, Schalman, Shafarood und Tonekabon.

Das Kaspische Meer ist in drei unterschiedliche physische Regionen unterteilt: das nördliche, mittlere und südliche Kaspische Meer. Die Wassertemperatur im südlichen Kaspischen Meer fällt nie unter 13 °C im Winter und im Sommer steigt sie in der Regel bis zu 25° und sogar 30°C. Aber das Kaspische Meer ist einzigartig nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch, wie es sich von anderen Seen unterscheidet; das Wasser des Kaspischen Meeres ist kein Süß-, sondern Brackwasser. Daher erreicht der höchste Salzgehalt 12,7 ppt (etwa 1/3 des Salzgehalts der Ozeane) im Sommer.

Die südwestlichen und südlichen Küsten des Kaspischen Meeres sind aus den Sedimenten des Lankaran- und Gilan-Mazanderan-Tieflands gebildet, mit den hohen Gipfeln der Talish- und Elburs-Berge, die nahe am Binnenland aufragen.

Tierwelt:

Die Tierwelt des Kaspischen Meeres besteht aus der Kaspischen Robbe, Stören und vielen anderen Fischen. Die Kaspische Robbe (Phoca caspica) ist die kleinste existierende Robbenart, die endemisch in der Region ist und ist auch das einzige im Kaspischen Meer lebende Säugetier.

Persischer Golf (khalij-e Fars)

Der Persische Golf, im westlichen Asien zwischen Iran (Persien) und der Arabischen Halbinsel gelegen, ist ein flaches Binnenmeer, ca. 1.000 km lang und 200-350 km breit. Während Iran den Großteil der nördlichen Küste bedeckt und Saudi-Arabien den Großteil der südlichen Küste, ist der Persische Golf an seiner schmalsten Stelle, der Straße von Hormus, etwa 56 Kilometer breit. Die Gewässer sind sehr seicht, mit einer maximalen Tiefe von 90 Meter und einer

durchschnittlichen Tiefe von 50 Metern. Grundsätzlich ist der Persische Golf eine Erweiterung des Indischen Ozeans mit einem Grad von 37-40% Salzgehalt.

Der Persische Golf hat umfangreiche Korallenriffe, viele Fischgründe und reichlich Perlmuscheln, jedoch steht seine Ökologie unter dem Druck der Industrialisierung sowie insbesondere von Öl- und Petroleumteppichen während der Kriege in der Region.

Der Persische Golf ist Heimstatt von vielen kleinen Inseln. Andere bedeutende Inseln im Persischen Golf umfassen die Große Tunb, die Kleine Tunb und Kisch, die von Iran verwaltet werden.

 

In den letzten Jahren hat es auch einen Ausbau von künstlichen Inseln gegeben, oft von arabischen Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten aus kommerziellen Gründen oder als Touristen-Resorts erstellt. Obwohl diese künstlichen Inseln sehr klein sind, hatten sie eine negative Auswirkung auf die Lebensräume der Mangroven, auf denen diese Bauten errichtet sind, was unvorhergesehene ökologische Probleme verursacht.

Tierwelt

Die Tierwelt des Persischen Golf ist vielfältig und ganz und gar einzigartig wegen der geographischen Ausbreitung des Golfs und seiner Isolation von internationalen Gewässern, die nur durch die schmale Straße von Hormuz durchbrochen ist. Der Persische Golf beherbergt einige der

schönsten Meeresfaunen und -floren, von denen einige nahe am Aussterben oder ökologisch in ernster Gefahr sind. Von Korallen bis Dugongs ist der Persische Golf eine vielfältige Wiege für viele Tierarten, die für ihr Überleben voneinander abhängig sind.

Eines der einzigartigsten Meeressäugetiere, die im Persischen Golf leben, ist der Dugong, gemeinhin als die „Seekuh“ bezeichnet; „Seekühe“ genannt wegen ihrer Gewohnheit zu grasen, ihrem sanften Verhalten und der Ähnlichkeit zum Nutzvieh. Dugongs haben eine Lebenserwartung wie die des Menschen und können eine Länge von bis zu 3 Metern erreichen. Diese liebenswürdigen Säugetiere ernähren sich von Seegras und sind genetisch – verglichen mit Delfinen und Walen – ähnlicher zu Landsäugetieren.

Als weiterer wichtiger Einwohner der Gewässer des Persischen Golfs sind Korallen bedeutende Ökosysteme, die eine riesige Anzahl von marinen Arten unterstützen und deren Gesundheit im Besonderen die Gesundheit des Golfs widerspiegelt.

Der Persische Golf ist auch die Heimat von über 700 Arten von Fischen, die überwiegende Mehrheit davon ist einheimisch im Golf. Mehr als 80 Prozent dieser Arten sind für ihr Überleben direkt oder indirekt abhängig vom Korallenriff. Im Allgemeinen ist die Tierwelt im Golf von Faktoren aus beiden Welten gefährdet sowie der lokalen, regionalen Nachlässigkeit. Die meiste Verunreinigung entsteht durch Schiffe; an Land produzierte Verschmutzung wird als die zweithäufigste Quelle der Verunreinigung angesehen und reicht von Quecksilber bis zu basischen oder säurehaltigen Giftstoffen.

Die Anzali-Lagune

Im Norden der Provinz Gilan gelegen, wird die derzeitige Fläche der Anzali Mordab (Lagune) auf weniger als 35 km² geschätzt. Außer der Bedeutung für Fische und Krebse ist die Anzali-Lagune auch ein wichtiger Lebensraum für das Nisten und Überwintern von Vögeln, und sie ist ein international eingetragenes geschütztes Feuchtgebiet wegen ihrer Bedeutung für die Zugvögel. Die derzeitige Situation erfordert die Klärung der Bedeutung der Lagune für Fische und Wildtiere, und braucht dringend das Vorlegen von Vorschlägen für die besten Managementmaßnahmen, die die optimale Nutzung der Lagune für Fische, Krebse und Tierwelt möglich machen würde, während sie als einzigartiger Lebensraum erhalten wird, geschmückt mit schönen Lotusblumen.

See Zarivar

Der See Zarivar, auch als Zeribar oder Zrewar bekannt, ist ein See in der iranischen Provinz Kordestan und liegt westlich von Marivanin im westlichen Iran. Der Name setzt sich zusammen aus zare (Meer) und dem Suffix -bar (was in Kurdisch See bedeutet). Der Zarivar-See hat eine Länge von 5 km (3.1 mi), eine maximale Breite von 1,6 km (0.99 mi) und eine maximale Tiefe von 6 m (20 ft.). Das Wasser des Sees ist Süßwasser und er ist eine große touristische Attraktion in der Region. Es gibt eine Menge von Folklore über die Entstehung des Sees unter den kurdischen Menschen in der Region.

Referenzen:

Iranica: http://www.iranicaonline.org/articles/persian-gulf-i-in-antiquity

Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Persian_Gulf

FAO: http://www.fao.org/docrep/field/003/S6312E/S6312E04.htm